BALAGAN - Das jüdische Kulturfest im Vogtland 2026
ÜBERSICHT DER VERANSTALTUNGEN
04. September: Mit Witz gegen den Hass
08. September: Sichtbar, unsichtbar, gefährlich
10. September: Führung – Der jüdische Friedhof Plauen
12. September: Äpfel, Honig, Heimat: Shana Tova Tobertitz!
13. September: Klangfäden zur Spitzenzeit
17. September: Das zerrissene Band. Eine literarische Spurensuche
24. September: Kochworkshop: Erntedank auf Jüdisch
27. September: Willkommen in der Hütte. Wir feiern das Laubhüttenfest Sukkot
29. September: Vorlesezeit am Dienstag: Im Galopp aus Ägypten
06. Oktober: Begegnung mit dem Unbegreiflichen
06. Oktober: Leid und Lob in einem Atemzug
10. Oktober: Krimi & Krav Maga – Wenn der Krimi auf die Matte geht
11. Oktober: Gemeinsam im Kreis – Tanzworkshop jüdische & israelische Tänze
26. Oktober: Gemeinsam im Takt
26. Oktober: Tacheles-Kurzfilmabend
28. Oktober: BALAGAN – Fragmente des Lebens, Werke von Sally Ido
28. Oktober: Nordlichter & Wüstenwind – Jazz, Folk
29. Oktober: L’Chaim & Schalom“ – Gemeinsam kochen, lachen und genießen
30. Oktober & 01. November: Lieder aus dem Wilnaer Ghetto
02.–13. November: Chanukka-Cartoons von Ben Gershom
10. November: Die Brücke von Weißensand: Spurensuche
11. November: Shira – eine Tasche voller Hoffnung
13. November: Jüdisches Leben im Herzen von Plauen (mit Stadtteilrundgang)
17. November: Wenn Prophetie zur Schlagzeile wird
18. November: Und es geschieht jetzt: Wie wir der Ohnmacht trotzen
20. November: Balagan – Eine Frau kämpft um ihr Erbe
VERANSTALTUNGEN DER KOOPERATIONSPARTNER
Das gesamte Programmheft kann auch hier heruntergeladen werden.
FREITAG, 04. SEPTEMBER, 18 UHR (EINLASS 17.30 UHR)
MIT WITZ GEGEN DEN HASS
Lea Streisand und André Herzberg
Neuberinhaus Reichenbach, Weinholdstraße 7, 08468 Reichenbach
Eröffnungsveranstaltung, Lesung, Gespräch und Musik Zum Auftakt des Jüdischen Kulturfestes BALAGAN liest und spricht Schriftstellerin und Radio-Kolumnistin Lea Streisand mit André Herzberg, Sänger der Rockband Pankow und Autor zahlreicher Bücher, über „jüdische Ossis“, das Label DDR und die Frage, was Humor leisten kann und wo der Spaß aufhört. Im Zentrum steht die Anthologie „Sind Antisemitisten anwesend?“, die Lea Streisand 2024 mit herausgab und für die André Herzberg einen Text schrieb. Der Band versammelt Satiren, Geschichten und Cartoons von über 80 Autorinnen und Autoren, die sich dem alten und neuen Antisemitismus mit Mitteln der Komik entgegenstellen. Hier bekommen alle ihr Fett weg, die „den Juden“ die Schuld geben: Linke und Rechte, Migrationshintergründler und Kartoffeln, Islamisten und Queere. Das Buch erschien im Satyr Verlag und kam 2025 auf die Hotlist der zehn besten Bücher aus unabhängigen Verlagen. Lea Streisand wurde 1979 in Ost-Berlin geboren, schreibt Romane, Essays, liest auf Bühnen und ist bekannt für ihre Hörkolumne „War schön jewesen“ bei radioeins (rbb). 2026 erscheint ihr Wörterbuch „Berlinerisch – Watt denn, icke?“ im Dudenverlag. André Herzberg, geboren 1955, wuchs als Kind jüdischer Kommunisten in Ost-Berlin auf und war schon berühmt, da konnte Lea noch nicht mal laufen. Zuletzt erschien „Keine Stars: Mein Leben mit PANKOW“ im Aufbau Verlag. Er wird sich auch musikalisch präsentieren.
DIENSTAG, 08. SEPTEMBER, 18 UHR
SICHTBAR, UNSICHTBAR, GEFÄHRLICH.
Tacheles zum Judenhass – Vladimir Shikhman
Adventgemeinde, Engelstraße 15, 08523 Plauen
Nach dem Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist ein Anstieg antisemitischer Äußerungen und Gewalttaten weltweit festzustellen. Neben dem Bedienen altbekannter judenfeindlicher Klischees ist insbesondere der israelbezogene Antisemitismus en vogue. Der Vortrag hat zum Ziel, den modernen Antisemitismus in seiner Funktionslogik aufzuschlüsseln sowie dessen gesellschaftliche Auswirkungen zu beleuchten. Es geht um verschiedene Definitionen des Antisemitismus (IHRA-Definition und Jerusalemer Erklärung). Die geschichtlichen Aspekte des Judenhasses in Form von Antijudaismus und Antizionismus werden davon begrifflich abgegrenzt. Die spannende Frage ist: Was gilt als antisemitisch in unserer Gesellschaft und was ist als legitime Kritik zu verstehen?
Der Professor für Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Chemnitz verbindet akademische Exzellenz mit engagierter Netzwerkarbeit. Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit bringt er sich aktiv als Mitglied im Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender in den gesellschaftlichen Dialog ein. Eine umfangreiche Vortragstätigkeit führt ihn regelmäßig zu verschiedensten Foren, in denen er komplexe Themen verständlich vermittelt.
Vor und nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, die virtuelle Synagogenrekonstruktion durch eine VR-Brille zu betrachten.
DONNERSTAG, 10. SEPTEMBER, 17 UHR
FÜHRUNG: DER JÜDISCHE FRIEDHOF PLAUEN
Jüdischer Friedhof, Am Tannenhof 9, 08525 Plauen
Der Jüdische Friedhof in Plauen ist weit mehr als eine historische Stätte – er ist ein steinernes Zeugnis jüdischen Lebens, jüdischer Familiengeschichten und des tiefen kulturellen Erbes unserer Region. Als Ort des bleibenden Gedenkens (Beth Olam – „Haus der Ewigkeit“) erzählt er von der Blütezeit, aber auch von den schmerzhaften Brüchen der jüdischen Gemeinde im Vogtland. Die Führung lädt dazu ein, die reiche Symbolik der Grabsteine zu entschlüsseln, biografischen Spuren zu folgen und innezuhalten. Ein Rundgang, der Geschichte nahbar macht und den Blick für ein unersetzliches Kulturdenkmal schärft.
Die Führung beginnt um 17 Uhr. Der Friedhof ist bereits ab 14 Uhr geöffnet. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen.
SAMSTAG, 12. SEPTEMBER, 14 BIS 18 UHR
ÄPFEL, HONIG, HEIMAT: SHANA TOVA TOBERTITZ!
Obstwiesenhof Hommel, Stelzenweg 4, 08538 Tobertitz
Im Zentrum dieser Familienveranstaltung steht die lebendige Vermittlung jüdischer Ethik und Festkultur im ländlichen Raum. Wir nutzen die tiefverwurzelte vogtländische Obstbautradition als Brücke, um die Kernelemente von Rosh HaShana – dem jüdischen Neujahrsfest – erfahrbar zu machen. Dabei laden wir ein, die tiefe Symbolik des Apfels und des Honigs als Botschafter für ein „süßes neues Jahr“ kennenzulernen.
Mit Führungen, Spaziergang zur Streuobstwiese und zum Aussichtspunkt, Bastel-, Beschäftigungs- und Verkostungsangebote u.v.m. Nachdem der Klang des Shofars über den Streuobstwiesen verklungen ist, wünschen wir uns Shana Tova, oder ein süßes neues Jahr. Mögen der Honig und die Äpfel nie ausgehen!
SONNTAG, 13. SEPTEMBER, 17.30 UHR
KLANGFÄDEN ZUR SPITZENZEIT
Rauca & Pross
Fabrik der Fäden, Bleichstraße 1, 08527 Plauen
In der Fabrik der Fäden verweben Reglindis Rauca und Christian Pross Berliner Chansons der Weimarer Zeit von Brecht/Weill und Friedrich Hollaender mit jiddischen Liedern, Jazz, Chorälen und ausgewählten Folk-Songs. Reglindis Rauca singt und interpretiert mit Bühnenpräsenz und schauspielerischer Erfahrung; Christian Pross gestaltet an Klavier, Gitarre und Saxofon den musikalischen Raum des Abends. Ein Programm zwischen Witz und Melancholie, kabarettistischer Schärfe und feinen Zwischentönen.
Reglindis Rauca ist Schauspielerin, Sängerin, Autorin und gebürtige Plauenerin. Nach Theaterengagements und den Romanen „Vuchelbeerbaamland“ und „Fatzvogel“ steht sie jetzt als Sängerin auf der Bühne. Christian Pross iszt Arzt und Musiker, spielt seit seiner Jugend Klavier und Gitarre, später kam als klassisches Jazz-Instrument das Saxofon dazu.
Der perfekte Ausklang für Ihren Tag des offenen Denkmals: Verbinden Sie Ihren Besuch in der „Fabrik der Fäden“, die an diesem Aktionstag geöffnet hat, direkt mit unserem Konzert! Ein faszinierender Brückenschlag, denn die Chansons und Lieder des Abends stammen genau aus jener Weimarer Epoche, in der die Plauener Spitze ihre weltweite Hochkonjunktur feierte.
DONNERSTAG, 17. SEPTEMBER, 19 UHR
DAS ZERRISSENE BAND.
Eine literarische Spurensuche zwischen Plauen und Litauen
Adventgemeinde, Engelstraße 15, 08523 Plauen
Ein einziger Moment veränderte alles: Die Entdeckung, dass der eigene Großvater als SS-Hauptscharführer im Ghetto Kaunas für die Selektion von über 9.000 Menschen, darunter 4.273 Kinder, verantwortlich war. Dieser Schock zerriss das vertraute Familiennarrativ und hinterließ tiefe Brüche in der Verwandtschaft. Reglindis Rauca hat sich dieser Last gestellt. In ihren Romanen sowie in ihrem aktuellen Manuskript „Ein Weg durchs Meer“ zeichnet sie den Weg vom Verstummen zum Sprechen nach. Die Lesung führt von Plauen nach Vilnius und Kaunas, hin zu den Nachfahren der Opfer und zur jüdischen Gemeinde. Bewegende Begegnungen und offene, vertrauensvolle Gespräche mit Überlebenden des Holocaust ebneten den Weg zu Verständigung und versöhnlichen Momenten.
Sie erleben einen Abend, der historische Dokumentation mit persönlicher Aufarbeitung verknüpft. Musikalisch umrahmt, entsteht ein Raum für Gedenken, Verständnis und den Dialog über unsere gemeinsame Verantwortung.
Lesung & Performance: Reglindis Rauca
Klangräume: Christian Pross
Reflexion & Dialog: Petra Steps im Gespräch mit der Autorin
DONNERSTAG, 24. SEPTEMBER, 16.30 UHR
KOCHWORKSHOP: Erntedank auf Jüdisch – Gemeinsam kochen für Sukkot
Vereinsräume Jesus für Plauen und das Vogtland, Dittesstraße 39, 08523 Plauen
Wenn im Herbst die Ernte eingebracht ist, feiert man im Judentum Sukkot – das traditionelle Laubhüttenfest. Es ist eine Zeit der Dankbarkeit, der Gemeinschaft und des gemeinsamen Genießens unter freiem Himmel. In diesem interaktiven Kochworkshop tauchen wir tief in die herbstlichen kulinarischen Traditionen dieses Festes ein. Wir schnippeln, brutzeln und verkosten gemeinsam Gerichte, die symbolisch für Fülle, Heimat und die Früchte der Erde stehen. Erfahren Sie in geselliger Runde mehr über die Bräuche rund um die „Sukka“ (die Laubhütte) und bringen Sie Appetit und Neugier auf neue Geschmackswelten mit. Ein Abend, der zeigt, wie lecker und verbindend Erntedank sein kann!
Begrenzte Platzkapazität. Anmeldung hier.
SONNTAG, 27. SEPTEMBER, 15 – 20.30 UHR
WILLKOMMEN IN DER HÜTTE.
Wir feiern das Laubhüttenfest Sukkot.
Vereinsräume Jesus für Plauen und das Vogtland, Dittesstraße 39, 08523 Plauen
Nachdem in der Küche die traditionellen Köstlichkeiten vorbereitet wurden, ist es Zeit für das eigentliche Fest: Wir feiern gemeinsam Sukkot! Das jüdische Laubhüttenfest ist eines der freudigsten Feste des Jahres und steht ganz im Zeichen der Dankbarkeit, der Ernte und der Gastfreundschaft. Symbolisch erinnert es an die Zeit, als das jüdische Volk in provisorischen Hütten durch die Wüste zog. Wir laden Sie herzlich ein, in geselliger Runde zusammenzukommen, die traditionellen Bräuche hautnah kennenzulernen, gemeinsam zu essen und die lebendige Vielfalt jüdischer Kultur mitten unter uns zu feiern. Bringen Sie Familie, Freunde und viel Neugier mit – dieses Fest lebt von der Begegnung!
Begrenzte Platzkapazität. Anmeldung hier.
Mit freundlicher Unterstützung von Notenspur e.V.
DIENSTAG, 29. SEPTEMBER, 16 UHR
VORLESEZEIT AM DIENSTAG: IM GALOPP AUS ÄGYPTEN
Jürgen-Fuchs-Bibliothek, Markt 1, 08468 Reichenbach
Jeden letzten Dienstag im Monat öffnet sich die Vorlesezeit für kleine Entdeckerinnen und Entdecker. Diesmal erwartet die Kinder ein ganz besonderes Wiedersehen: Die Geschichte von Golda, dem Hebräisch sprechenden Pferd, geht in die nächste Runde! Wer erinnert sich noch an Golda, die zu Chanukkah, dem jüdischen Lichterfest, für ein ganz schönes Chaos sorgte? Die Autorin Myriam Halberstam hat eine Fortsetzung geschrieben. Gemeinsam mit dem außergewöhnlichen Vierbeiner galoppieren wir in diesem neuen Abenteuer im Sauseschritt aus Ägypten heraus. Doch nach dem Lauschen ist die Reise noch lange nicht vorbei: Im Anschluss werden wir passend zur Geschichte gemeinsam kreativ. Lasst Euch überraschen.
DIENSTAG, 06. OKTOBER
BEGEGNUNG MIT DEM UNBEGREIFLICHEN
Fotoausstellung einer Bildungsfahrt nach Theresienstadt
Goethe-Gymnasium, Ackermannstraße 7, 08468 Reichenbach
Im Rahmen einer Bildungsfahrt nach Theresienstadt setzten sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 des Goethe-Gymnasiums Reichenbach intensiv mit der Bedeutung des Ortes für den Holocaust und der Erinnerungskultur auseinander. Die Ausstellung verbindet Fotografien mit persönlichen Audiobeiträgen der Schülerinnen und Schüler. Die Kombination aus Bild und Podcast eröffnet individuelle Zugänge zur Geschichte und macht deutlich, wie die Bildungsfahrt die Jugendlichen nachhaltig geprägt hat.
Die Eröffnung findet am 6. Oktober 2026 um 10 Uhr im Schulgebäude des Goethe-Gymnasiums, Schulteil Ackermannstraße, statt. Im Anschluss wird die Ausstellung anlässlich des Gedenktages der Reichspogromnacht am 9. November im Rathaus der Stadt Reichenbach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
DIENSTAG, 06. OKTOBER, 19 UHR
LEID UND LOB IN EINEM ATEMZUG
Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur der Sächsischen Israelfreunde, Wiesenstraße 62, 08468 Reichenbach
Nelli Bayer lebt mit ihrem Mann Gideon und ihren Kindern in Reichenbachs Partnerstadt Ma‘alot-Tarshiha/Israel. Über die Arbeit von Zedakah e.V. betreuen sie dort und in Schave Zion Holocaust-Überlebende. Als nach dem 7. Oktober 2023 die Reservisten der israelischen Armee eingezogen werden, betrifft das auch Familie Bayer. Wochen später wird Urija, der Sohn von Nelli und Gideon, in Gaza verwundet und erliegt Tage danach seinen schweren Verwundungen. Als die israelische Öffentlichkeit davon erfährt, ist das Erstaunen groß, dass ein Christ mit deutschem Hintergrund sein Leben für Israel lässt. Nelli nimmt die Besucher an diesem Abend in die Herausforderungen zwischen Leid und Lob, aber auch den entstandenen Segen mit.
Veranstaltung der Sächsischen Israelfreunde.
SAMSTAG, 10. OKTOBER, 19 UHR (EINLASS 18.30 UHR)
KRIMI & KRAV MAGA
Wenn der Krimi auf die Matte geht: Adina räumt auf
Tanzstudio Merhaba, Am Gut 1A, 08547 Steinsdorf/Plauen
Vergessen Sie klassische Lesungen! In der dynamischen Kulisse eines Tanzstudios wird die Krimi-Reihe um die Ermittlerin Adina lebendig. Adina ist Berlinerin, hat eine jüdische Großmutter aus Chemnitz und ein besonderes Werkzeug im Gepäck: Krav Maga aus Israel. Erleben Sie einen Abend zwischen literarischer Spurensuche und echter Action: Autorin Petra Steps führt ihre Heldin an Schauplätze wie das Wanderdrehkreuz oder die Alte Synagoge Erfurt. Moderator und Mitautor Roland Spranger kitzelt die Storys hinter den Kulissen heraus, während Selfdefense-Trainer Peter Fischer (Erfurt) live zeigt, was passiert, wenn Adina wirklich zupackt.
Wie hilft die israelische Kampfkunst, das „Balagan“ eines Lebens zwischen sächsischen Wurzeln und gefährlichen Ermittlungen zu ordnen? Finden Sie es heraus. Das ist keine Lesung – das ist eine Ansage!
Lesung: Petra Steps
Talk: Roland Spranger
Action: Peter Fischer & Partner (Selfdefense Maor im PSV Erfurt e.V.)
SONNTAG, 11. OKTOBER, 14 UHR
GEMEINSAM IM KREIS: Tanzworkshop jüdische & israelische Tänze
Ort wird nach Anmeldung bekanntgegeben
Erleben Sie die Energie, Lebensfreude und Vielfalt der jüdischen und israelischen Kultur hautnah – und zwar in Bewegung! Passend zum Festival-Motto „BALAGAN“ (sympathisches Chaos) bringt dieser Workshop Menschen zusammen. Kreistänze haben in der jüdischen Tradition einen festen Platz: Sie verbinden Generationen, stiften Gemeinschaft und machen einfach Spaß. Von traditionellen Schritten bis hin zu modernen israelischen Rhythmen ist alles dabei. Das Beste daran: Sie brauchen weder Vorkenntnisse noch einen festen Tanzpartner. Jeder ist im Kreis willkommen!
Begrenzte Platzkapazität. Anmeldung hier.
MONTAG, 26. OKTOBER, 17 UHR
GEMEINSAM IM TAKT – Rhythmus verbindet: Perkussions-Workshop mit Yogev Shetrit
Veranstaltungsforum der Vogtland Philharmonie, Wiesenstraße 62, 08468 Reichenbach
In diesem offenen Perkussions-Workshop bietet der israelische Ausnahmedrummer Yogev Shetrit zu den Instrumenten. Initiiert für und mit der Lebenshilfe, öffnet dieser Workshop bewusst seine Türen für alle, die Lust auf Rhythmus und Bewegung haben. Gemeinsam tauchen wir ein in die mitreißenden Rhythmen des Mittelmeerraums. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um die pure Freude am Machen, an der Begegnung und am gemeinsamen Takt. Egal, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, mit oder ohne Einschränkung: Jede Hand und jeder Herzschlag tragen zu einem einzigartigen Gemeinschaftsklang bei. Kommen Sie vorbei und trommeln, klatschen, stampfen Sie mit! Eigene Instrumente können mitgebracht werden! Eine Veranstaltung für die ganze Familie!
MONTAG, 26. OKTOBER, 18 UHR
TACHELES – KURZFILMABEND
Kulturgewölbe Altmarkt 2, 08209 Auerbach
Anlässlich des TACHELES-Themenjahres hat der Filmverband Sachsen ein eigenes Kurzfilm-Programm zusammengestellt, das unterschiedliche filmische Perspektiven auf jüdisches Leben, jüdische Geschichte und jüdische Gegenwart auslotet. In rund 65 Minuten entfalten die ausgewählten Filme persönliche, künstlerische und gesellschaftliche Annäherungen an Fragen von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit. Zwischen animierten Bildern, dokumentarischen Momenten und pointiertem Spielfilm erzählen sie von den Nachwirkungen der Shoa, von familiären und inneren Konflikten über Generationen hinweg sowie vom Spannungsfeld zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Geschichte.
Moderation: Kevin Meinel
Gast: Maximilian Neudeck (Sounddesigner)
In Kooperation mit der Initiative Medienbildung Vogtland, dem Insel Kino e.V. sowie Filmland Sachsen.
MITTWOCH, 28. OKTOBER, VERNISSAGE 18 UHR – ANSCHLIESSEND KONZERT
BALAGAN – FRAGMENTE DES LEBENS
Werke von Sally Ido
AWO Kreisverband Vogtland/Auerbach, Göltzschtalstraße 46, 08209 Auerbach
Seit 2025 lebt Sally Ido wieder in Deutschland, ihre künstlerischen Wurzeln liegen jedoch in Israel, wo sie aufgewachsen ist, in einer Biografie des Dazwischenseins. In der Ausstellung „BALAGAN – Fragmente des Lebens“ zeigt sie, dass Malen für sie weit mehr als ein Hobby ist: Es ist ein intuitiver Weg, innere Prozesse, Stimmungen und Bruchstücke des Daseins sichtbar zu machen, die sich nicht in Worte fassen lassen.
In ihren Werken, überwiegend mit Acryl auf Leinwand, verbindet die Schöpferin eine freie Pinselführung mit haptischen Elementen. Eingearbeiteter Sand vom israelischen Meer, herbstliche Blätter, Gips und Strukturpasten verleihen den Gemälden eine fühlbare Tiefe und Präsenz. Ihre oft surrealistische, aber stets nahbare Bildsprache lädt die Betrachtenden dazu ein, innezuhalten und sich auf die einzelnen Fragmente einzulassen. Einige der Arbeiten entstanden im kreativen Dialog mit dem Hobbyfotografen Danny Eliahu. Seine fotografischen impulse transformiert Sally Ido auf der Leinwand in freie Interpretationen. Die Bilder wurden von Februar bis April 2026 erstmals im Erzhammer Annaberg gezeigt.
MITTWOCH, 28. OKTOBER - NACH DER VERNISSAGE:
NORDLICHTER & WÜSTENWIND
Jazz, Folk und eine besondere Begegnung im Vogtland
AWO Kreisverband Vogtland/Auerbach, Göltzschtalstraße 46, 08209 Auerbach
Was passiert, wenn die klare, nordische Melancholie Litauens auf die pulsierende Rhythmik Israels trifft? Das Festival-Duo Balagan Moods gibt darauf eine faszinierende Antwort. Die Sängerin Akvile Kalinaite und der Schlagzeuger Yogev Shetrit fanden sich dort, wo man es am wenigsten vermutet hätte: bei einer ersten Begegnung hier im Vogtland. Aus diesem Funken entstand eine musikalische Freundschaft, die nun exklusiv für unser Festival auf die Bühne zurückkehrt.
In ihrem Konzert verschmelzen traditionelle litauische Folk-Elemente mit modernem Jazz und sephardischen Einflüssen. Akviles klare Stimme und Yogevs virtuoser Drive erzählen von einer Verbindung, die Grenzen und Genres spielerisch überwindet. Ein Abend voller Improvisation und Leidenschaft – entstanden aus der Magie einer zufälligen Begegnung in unserer Heimat.
DONNERSTAG, 29. OKTOBER, 17 UHR
L’CHAIM & SCHALOM – Gemeinsam kochen, lachen und genießen
Vereinsräume Jesus für Plauen und das Vogtland, Dittesstraße 39, 08523 Plauen
Vergessen Sie perfekte Rezepte und steife Tischordnungen! Passend zu unserem Festivalmotto feiern wir in der Küche das, was die israelische Lebensart so einzigartig macht: Balagan. Das wunderbare, bunte und lebensfrohe Chaos, bei dem das Miteinander im Mittelpunkt steht. Gemeinsam mit dem Jazz-Musiker Yogev Shetrit und der vielseitigen Sally Ido bringen wir die Düfte der Welt nach Plauen. Hier treffen Yogevs sephardisch-marokkanische Rhythmen auf Sallys europäische Wurzeln – eine köstliche Brücke zwischen Orient und Okzident.
Es wird geschnippelt, gewürzt und gelacht, während wir gemeinsam Gerichte kreieren, die Herz und Seele wärmen. Dabei folgen wir einer ganz einfachen Philosophie: Sharing is caring. In der jüdischen Küche geht es nicht um den perfekten Einzelteller, sondern um das Teilen von Essen, Geschichten und Momenten. Am Ende decken wir den Tisch im echten Balagan-Stil: Mit vielen Schüsseln, vielen Aromen und noch mehr guten Gesprächen die jüdische Kultur mit allen Sinnen feiern.
Begrenzte Platzkapazität. Anmeldung hier.
30. OKTOBER & 01. NOVEMBER
DOS GEZANG FUN VILNER GETO. LIEDER AUS DEM WILNAER GHETTO
Eine exklusive Festival-Neuproduktion
Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr: Haus Vogtland, Europaratstraße, 08525 Plauen (mit Shabbatfeier)
Sonntag, 01. November, 17 Uhr: Schloss Treuen, Schreiersgrüner Straße 2, 08233 Treuen
Wilna galt einst als das „Jerusalem des Nordens“ – ein pulsierendes Zentrum jüdischer Kultur, das von den Nationalsozialisten grausam vernichtet wurde. Doch inmitten des Schreckens im Ghetto von Wilna entstand ein bewegender, musikalischer Widerstand. Gesammelt vom Dichter und Partisanen Shmerke Kaczerginski, erschien 1947 in Paris ein streng limitiertes Heft mit 37 dieser Ghetto-Lieder auf Jiddisch. Sie dokumentieren das unvorstellbare Leid, aber auch den unbeugsamen Lebensmut und den Widerstand der Menschen. In der gefeierten Neuedition des im Vogtland aufgewachsenen Herausgebers Sebastian Wogenstein und von Dieter Koller wurden diese historischen Schätze erstmals transkribiert, in ein singbares Deutsch übertragen und die Schicksale aufwendig rekonstruiert. Inzwischen kamen noch litauische Texte hinzu.
Für das Festival BALAGAN erwachen diese Lieder in einer exklusiven Neuproduktion zu ganz neuem Leben: Die litauische Allround-Musikerin Akvile Kalinaite (Gesang, Klavier) und der israelische Ausnahmedrummer Yogev Shetrit (Perkussion) formierten sich hierfür zum Duo Balagan Moods. Gemeinsam bringen sie die teils weltberühmten, teils vergessenem Stücke mit einer ganz eigenen, packenden Energie auf die Bühne. Begleitet wird die Musik von Festivalkuratorin Petra Steps, die mit feinfühligen Texten und historischen Hintergründen durch den Abend führt.
Begrenzte Platzkapazität. Anmeldung hier.
02. – 13. NOVEMBER
„JEWY LOUIS: Lichterfest mit Hindernissen“.
Chanukka-Cartoons von Ben Gershom – Jüdischer Humor zwischen Tradition & Alltag
Foyer des Landratsamtes, Postplatz 5, 08523 Plauen
Was passiert, wenn die Suche nach dem koscheren Öl zum Abenteuer wird oder die Chanukkia (der achtarmige Leuchter) plötzlich ganz eigene Wege geht? In dieser Ausstellung präsentiert der Zeichner Ben Gershom die besten Chanukka-Episoden seines beliebten Comic-Helden Jewy Louis. Mit spitzer Feder und viel Herz zeigt Ben Gershom, dass jüdisches Leben nicht nur aus Geschichte und Ernsthaftigkeit besteht, sondern auch aus jeder Menge komischer Momente. Jewy Louis stolpert charmant durch die Feiertage und lässt uns dabei über die kleinen Absurditäten des Alltags lachen. Erleben Sie das Lichterfest von seiner heiteren Seite. Eine Ausstellung für die ganze Familie – denn nichts verbindet Menschen so sehr wie ein gemeinsames Lachen.
DIENSTAG, 10. NOVEMBER, 9.30 UHR,
DIE BRÜCKE VON WEISSENSAND:
Spurensuche zwischen Buchseiten und Regionalgeschichte
Aula des Goethe-Gymnasiums, Ackermannstraße 7, 08468 Reichenbach
Ein Kinderbuch als historische Quelle? Eine Schülerin des Goethe-Gymnasiums Reichenbach ist dieser spannenden Frage nachgegangen. Im Rahmen ihrer Komplexen Lernleistung hat sie das Buch „Die Brücke von Weißensand“ unter die Lupe genommen und untersucht, wie viel reale Geschichte in der Erzählung steckt. Mit Lesung aus dem Buch, das nur noch hochpreisig im Antiquariat verkauft wird. Im Frühjahr 1945 führt einer der grausamen Todesmärsche aus den Konzentrationslagern durch das Vogtland. Inmitten dieser Dunkelheit ereignet sich an der Göltzschtalbrücke bei Weißensand ein leises Wunder der Zivilcourage: Zwei jüdische Frauen, entkräftet und dem Tod nah, schaffen es, dem bewachten Zug zu entkommen. Mutige Dorfbewohner riskierten ihr Leben, um die Frauen zu verstecken, zu versorgen und bis zur Befreiung durch die Amerikaner zu retten.
Mit freundlicher Unterstützung von Notenspur e.V.
MITTWOCH, 11. NOVEMBER, 18 UHR
SHIRA – eine Tasche voller Hoffnung
Jürgen-Fuchs-Bibliothek, Markt 1, 08468 Reichenbach
Das Buch „Shira – Eine Tasche voller Hoffnung“ verbindet Musik und Literatur und schafft Aufmerksamkeit für Kinder, die unter Kriegen, Flucht sowie politischen, religiösen oder ethnischen Konflikten leiden. Die Geschichte stammt aus der Profilfeder von Barbara Bišický-Ehrlich, die Musik, die aus den jeweiligen Ländern stammt, ist im gedruckten Buch per QR-Code abspielbar.
Die Geschichte ist ein Appell für Frieden, Mut und Hoffnung. Sie berührt und verbindet Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, jeder Religion. Sie ist ein Aufruf zu gegenseitiger Empathie und Verständnis, denn Kinder sind überall die größten Leidtragenden der Konflikte von Erwachsenen.
Inhalt: Seit dem Tod ihrer Oma ist Shira sehr ängstlich. Eines Nachts trifft sie auf eine sprechende Maus, mit der sie gemeinsam und mithilfe einer wundersamen Tasche in Konfliktgebiete der Welt reist, traurigen Kindern vergessene Lieder bringt und ihnen durch die Kraft der Musik neue Hoffnung schenkt. Ihre Wege führen dabei zurück in das Frankfurt der Nachkriegszeit, in die heutige Ukraine, nach Russland, Syrien, in den Iran, nach Gaza und Israel. Dabei gewinnt Shira neue Freunde, die ihr auf ihrer Reise folgen, und findet den Mut, für sich und andere einzustehen. Und sie versteht schließlich, was all das mit dem Leid und dem Mut ihrer Oma zu tun hat, die als Kind in Theresienstadt war.
FREITAG, 13. NOVEMBER, 16 UHR
ZWISCHEN PRUNKUND PARAGRAFEN:
Jüdisches Leben im Herzen Plauens
Treffpunkt Landratsamt, Postplatz 5, 08523 Plauen
Stadtteilrundgang vom ehemaligen Kaufhaus Tietz zur früheren Kanzlei Goldberg: Einst machten jüdische Unternehmer Plauen zur Weltstadt der Spitze. Doch wo genau befanden sich ihre glanzvollen Geschäfte und geschäftigen Kontore? Unser Stadtteilrundgang macht das eher unsichtbare jüdische Erbe im heutigen Stadtbild wieder sichtbar und erzählt von Pioniergeist, Erfolg und der schmerzhaften Verdrängung aus dem öffentlichen Leben.
Der Rundgang endet an einem besonderen Ort: dem „Goldberg-Haus“ Krausenstraße 2. Hier, wo Isidor Goldberg nicht nur mit seiner Familie lebte, sondern auch seine Rechtsanwaltskanzlei führte, verbinden sich Privatleben und leidenschaftlicher Einsatz für das Recht.
In diesen geschichtsträchtigen Räumen kommen wir nach dem Rundgang zusammen. Dort kann die Ausstellung zu Isidor Goldberg besichtigt werden. Außerdem wird die Web-Anwendung „Bruchstelle 38.digital“ zum ersten Mal vorgestellt.
DIENSTAG, 17. NOVEMBER, 19 UHR
WENN PROPHETIE ZUR SCHLAGZEILE WIRD:
Israel, den Messias und die Endzeit verstehen
Versöhnungskirche, Friesenweg 171, 08529 Plauen
Michael Schneider, geboren 1967, ist mit seinen Eltern aus Deutschland ins Land seiner Väter eingewandert. Zusammen mit seiner Frau Orly wohnt er in Jerusalem. DIENSTAG, 17. NOVEMBER, 19 UHR Michael Schneider ist weltweit als Referent unterwegs. Dabei spricht er über das aktuelle Geschehen in Israel im Licht der Bibel. Außerdem hat er sich als profunder Kenner der hebräischen Bibelsprache einen Namen gemacht. Er WENN PROPHETIE ZUR SCHLAGZEILE WIRD: Israel, den Messias und die Endzeit verstehen Michael Schneider, geboren 1967, ist mit seinen Eltern aus Deutschland ins Land seiner Väter eingewandert. Zusammen mit seiner Frau Orly wohnt er in Jerusalem. DIENSTAG, 17. NOVEMBER, 19 UHR Michael Schneider ist weltweit als Referent unterwegs. Dabei spricht er über das aktuelle Geschehen in Israel im Licht der Bibel. Außerdem hat er sich als profunder Kenner der hebräischen Bibelsprache einen Namen gemacht. Er WENN PROPHETIE ZUR SCHLAGZEILE WIRD: Israel, den Messias und die Endzeit verstehen Vor drei Jahren führte der staatlich geprüfte IsraelTour-Guide die Reisegruppe der Gemeinde, als der Krieg zwischen Israel und der Hamas begann. „Es war unglaublich emotional und eindrücklich“, sagt Pfarrer Hartmut Stief.
Er veröffentlicht Rundbriefe, Tages-News sowie biblische Kommentare.
Eine Veranstaltung der Versöhnungskirche Plauen.
MITTWOCH, 18. NOVEMBER, 18 UHR
UND ES GESCHIEHT JETZT:
Wie wir der Ohnmacht trotzen – Eine deutsch-israelische Begegnung
Vogtlandtheater Plauen (Löwel-Foyer), Theaterplatz 3, 08523 Plauen
Der Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 hat die Welt verändert – und ist für jüdisches Leben weltweit ein tiefer, schmerzhafter Einschnitt. Wie lebt man weiter mit diesen Wunden? Und was bedeutet das für den Alltag in Israel und Deutschland? Dieser Abend sucht nach Antworten in den Zwischentönen von Kunst, Literatur und persönlichem Erleben.
Der israelische Choreograf Oded Ronen (Tel Aviv), der familiäre Wurzeln in Plauen hat und unser Schirmherr ist, bringt mit seinem Solotanz „Whaledream“ das Unaussprechliche auf die Bühne. Im anschließenden Gespräch berichtet er hautnah, wie er das Erlebte in kreativen Protest und in Hoffnung für die Freilassung der Geiseln sowie den Erhalt einer pluralen weltoffenen Demokratie verwandelt.
Ihm gegenüber steht der Berliner Schriftsteller Marko Martin. Er liest aus seinem aktuellen Buch „Und es geschieht jetzt“ und blickt dorthin, wo der Schmerz auch hierzulande sitzt: auf die veränderte Lebensrealität der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und das Aufflammen von neuem Judenhass mitten in Europa.
Ein intensiver, deutsch-englischer Abend, der Brücken baut, nach Wegen des Zusammenhalts sucht und kraftvoll zeigt: Wir können etwas tun.
Achtung: begrenzte Sitzplatzkapazität Kostenlose Tickets gibt es beim Ticket-Service des Theater Plauens.
FREITAG, 20. NOVEMBER, 18.30 UHR
ABSCHLUSSVERANSTALTUNG BALAGAN
Eine Frau kämpft um ihr Erbe
Auerbacher Hütte (AWO), Eisenbahnstraße 5, 08209 Auerbach
Rasant und höchst aktuell, ein Roman von Berlin bis Tel Aviv: Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands, erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von Gier und Neid in Familien und von der schwierigen Suche einer jungen Frau nach Bodenhaftung in einer Welt, die aus den Fugen ist. Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie…
Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. Balagan), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und ihre Familie im Besonderen erzeugt hat.
Mirna Funk, geboren 1981 in Ostberlin, studierte Philosophie und arbeitet heute als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für die FAZ, SZ und Die Zeit. Seit 2021 erscheint ihre monatliche Sex-Kolumne in der Cosmopolitan und von 2018 bis 2020 schrieb sie über jüdisches Leben bei Vogue online. Ihr Debütroman „Winternähe“ wurde mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet, das Sachbuch „Who Cares“ wurde ein sofortiger Bestseller. „Balagan“ eroberte ebenfalls die Spiegel-Bestsellerliste. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.
VERANSTALTUNGEN DER KOOPERATIONSPARTNER
SONNTAG, 13. SEPTEMBER,
SONNTAG, 11. OKTOBER,
SONNTAG, 08. NOVEMBER,
JEWEILS 14 BIS 18 UHR
AUSSTELLUNG Wurzeln des christl. Glaubens entdecken
Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte & Kultur der Sächs. Israelfreunde
Besucherinnen und Besucher erwartet ein tiefer Einblick in die Geschichte Israels sowie in die jüdische Kultur und Religion. Zu den besonderen Highlights der Ausstellung gehören detailgetreue Modelle der historischen Stiftshütte sowie des Tempels. Zudem veranschaulichen zahlreiche Exponate den traditionellen jüdischen Festkreis und das religiöse Leben. Die Ausstellung bietet eine hervorragende Gelegenheit, die engen Verflechtungen und gemeinsamen Wurzeln von Judentum und Christentum besser zu verstehen.
Für Rollstuhlfahrer: Aufzug vorhanden, teilweise schmale Türen, keine Behindertentoilette
MONTAG, 09. NOVEMBER
STOLPERSTEINTOUR
Wiesenstraße 62, 08468 Reichenbach Reichenbach
Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind zur Teilnahme an der Stolpersteintour anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht am 09. November eingeladen. Treffpunkt ist am Rathaus, Markt 1. Die Uhrzeit wird auf der Internetseite der Stadt Reichenbach veröffentlicht. An den einzelnen Gedenksteinen werden die Schüler und Schülerinnen des Evangelischen Gymnasiums Mylau von den Juden berichten, die dort ihren letzten Wohnort hatten. Rosen und Kerzen unterstreichen das Gedenken. In Reichenbach gibt es neun Stolpersteine. Sie sind auf dem Markt, Am Graben, in der Weinholdstraße, der Weststraße, der Zwickauer Straße und der Bebelstraße verlegt. Eine Veranstaltung der Stadt Reichenbach.
SONNTAG, 04. OKTOBER, 18 UHR
WAS HEISST HIER VÖLKERRECHT?
Juristische Perspektiven auf den Nahost-Konflikt
Vogtlandtheater Plauen (Löwel-Foyer), Theaterplatz 3, 08523 Plauen
Immer wieder wird die Kritik laut, das Vorgehen Israels im Nahen Osten verstoße gegen das geltende Völkerrecht. Aber stimmt das? Oder kann man von dem Recht Israels auf präventive Selbstverteidigung sprechen? Wofür steht das Völkerrecht, wann wird es verletzt und trifft das auf den Staat Israel zu? Prof. Monika Polzin ist Professorin für Völkerrecht und öffentliches Recht an der Wirtschaftsuniversität Wien. Prof. Stefan Talmon ist Direktor des Instituts für Völkerrecht und Inhaber des Lehrstuhls für öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität Bonn. Er unterstützt regelmäßig unterschiedliche nationale und internationale Nachrichtenformate als Experten. Beide sprechen mit Dr. Alexander Walther über die Vorwürfe, denen sich Israel seit 2023 gegenübersieht, und ordnen diese juristisch ein.
Eine Veranstaltung der Reihe Jetzt mal Tacheles! Gespräche über Verantwortung, Religion und jüdische Zukunft im Rahmen von TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Anmeldungen erbeten
an
Kartentelefon: 03741 / 2813-4847/-4848
E-Mail:
FREITAG, 09. OKTOBER, 19.30 UHR
DOS LIDL FUN DEM GOLDENEM LAND
Literarisch-musik. Lesung – Mike Hoffmann & Trio KlezzJazz
Vogtlandtheater Plauen (Kleine Bühne), Theaterplatz 3, 08523 Plauen
„Dos lidl fun dem goldenem land. Gedanken vom Bleiben, Gehen und Hoffen“ ist eine eindrucksvolle literarisch-musikalische Lesung, die jüdische Stimmen der 1930er Jahre mit jüdischem Leben in der Gegenwart verbindet. Texte von Rose Ausländer, Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Dan Pagis, Victor Klemperer und Auszüge aus Theodor Herzls „Der Judenstaat“ erzählen von Hoffnung, Verlust und der existenziellen Frage nach Zugehörigkeit. In Dialogen mit heutigen jüdischen Perspektiven aus Sachsen entsteht ein bewegender Bogen zwischen Geschichte und Jetzt. Musikalisch getragen vom Trio KlezzJazz (Klezmer, Swing, Jazzrock) mit dem Beauftragten für jüdisches Leben in Sachsen, Thomas Feist, wird die Lesung zu einem vielschichtigen, emotionalen Erlebnis. Ein relevantes, berührendes Format, um Erinnerungskultur lebendig und gegenwartsnah zu vermitteln.
Kartentelefon: 03741 / 2813-4847/-4848
E-Mail:
SAMSTAG, 24. OKTOBER, 19.30 UHR
DUO SHAYNA: „SALON SHTETL“
Liederabend mit jüdischer Musik & Couplets der 20er bis 40er
Königliches Kurhaus, Badstraße 25, 08645 Bad Elster
Erleben Sie einen musikalischen Salonabend zwischen Berlin, New York und dem Shtetl: Das Duo Shayna entführt in die schillernde Welt jüdischer Musik- und Theaterkultur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit Liedern, Couplets und Chansons von Hollaender bis Kreisler entsteht ein bewegendes Panorama aus Witz, Melancholie und Lebenslust – voller Geschichten von Sehnsucht, Aufbruch und gelebtem Leben.
Ein ebenso unterhaltsamer wie berührender Abend zwischen Leichtigkeit und Tiefe: Nehmen Sie Platz im Salon Shtetl!
Gesang Katharina Eirich
Klavier & Arrangements Lora Kostina
Infos & Tickets: Tel.: +49 (0) 37437 · 53 900
Eine Veranstaltung der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH.
FREITAG, 30. OKTOBER, 19.30 UHR
WEGLAUFEN WERDE ICH NIE – DER KAMPF DES FELIX FECHENBACH
mit Annika Schaper, Konrad Schreier und Jan Uplegger
Vogtlandtheater Plauen (Kleine Bühne), Theaterplatz 3, 08523 Plauen
Schon mit 17 Jahren beginnt Felix Fechenbach, für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. An der Seite von Kurt Eisner löst er 1918 in Bayern die Revolution aus. In der Weimarer Republik wird Fechenbach namhafter Journalist, arbeitet gleichzeitig aber auch als Puppenspieler und Autor. Durch sein unerschrockenes Auftreten im Wahlkampf gegen Hitler im kleinen Ländchen Lippe wird er zu einem Hauptfeind der Nazis. Mit seinem wilden Mix aus Puppen- und Schauspiel wirbelt die Inszenierung durch die wechselvolle Lebensgeschichte von Felix Fechenbach und katapultiert ihn in unsere Gegenwart.
Die Produktion wurde ermöglicht durch die Detmolder Bürgerstiftung, sowie durch die Felix-Fechenbach-Stiftung, den Landesverband Lippe, die Stiftung Arbeit und Menschenwürde, die Stiftung Standortsicherung, den Kulturfonds LWL, die Meyer-Siekendiek-Stiftung, die Stiftung für Lippe und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin.
Kartentelefon: 03741 / 2813-4847/-4848
E-Mail:
FREITAG, 30. OKTOBER, 19.30 UHR
THE KLEZMATICS
Die Klezmer-Superstars aus New York (34. FolkHerbst)
Soziokulturelles Zentrum Malzhaus (Galerie), Alter Teich 7-0, 08527 Plauen
1986 im New Yorker East Village gegründet, haben The Klezmatics die Klezmer-Musik ein für alle Mal neu erfunden. Die Band verbindet osteuropäische jüdische Wurzeln mit Jazz, Ska, Rock, Balkan-Rhythmen und Afrobeat – ein Sound, der sich keiner Schublade fügt und trotzdem sofort packt. Ihr Grammy 2007 für Wonder Wheel – Vertonungen unveröffentlichter Woody-Guthrie-Texte – machte sie zur einzigen Klezmer-Band mit dieser Auszeichnung. Seitdem sind sie in über 20 Ländern aufgetreten, von der Carnegie Hall bis zum WOMAD-Festival.
2025 feiern The Klezmatics ihr 40-jähriges Jubiläum – mit neu aufgelegten Aufnahmen, unveröffentlichtem Material und einem Tribute-Album gemeinsam mit langjährigen musikalischen Weggefährten. Vier Jahrzehnte, eine Band, keine Kompromisse.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Tickets im Vorverkauf im Terré und den Geschäftsstellen der Freien Presse.
SAMSTAG, 07. NOVEMBER, 17 UHR
DIETRICH LOHFF: Requiem für einen polnischen Jungen
Trinitatiskirche, Trinitatisgasse 1, 08468 Reichenbach
Dietrich Lohffs (1941 – 2016) „Requiem für einen polnischen Jungen“ ist ein eindringliches musikalisches Gedenkwerk nach Texten von Opfern des Faschismus. Es wurde 1998 im Erinnern an die Novemberpogrome von 1938 in mehreren Städten Deutschlands, darunter in Dresden, uraufgeführt. In acht vertonten Gedichten verbindet Lohff Stimmen von Verfolgten und Ermordeten zu einem Requiem, das Trauer und Verlust in großer emotionaler Unmittelbarkeit hörbar macht. Das Requiem gibt den Opfern eine Stimme und ist darüber hinaus eine aktuelle Bitte an unseren Umgang miteinander, für Mitmenschlichkeit und Achtung jedes einzelnen Menschen.
Richard Schaller (Reichenbach) | Knabensopran
Anna-Maria Tietze (Dresden) | Mezzosopran
Reichenbacher Vocalkreis und Gäste
Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach
Andreas Kamprad | Leitung
Eintritt: 17 Euro, 8 Euro (Schüler, Studenten, Arbeitslose), Kinder bis 14 Jahre Eintritt frei (+ 2 Euro Abendkasse)
VVK Kulturinformation & Ticketshop Markt 5, 08468 Reichenbach
Tel. 03765 / 3259240
SONNTAG, 08. NOVEMBER, 17 UHR
VERFEMTE KOMPONISTEN: verboten, aber nicht vergessen
Veranstaltungsforum, Wiesenstraße 62, 08468 Reichenbach
Das Konzert widmet sich den Werken jüdischer Komponisten, die im Dritten Reich verfolgt, verboten oder ermordet wurden. Ziel ist es, diese Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen und zugleich Leben, Schicksale und Hintergründe der Komponierenden zu erzählen. Das Calliope Duo hat eine Vielzahl talentierter jüdischer Komponisten entdeckt, die in Deutschland, Österreich oder Tschechien wirkten. Viele ihrer Werke wurden verboten und nie aufgeführt. Diese Kompositionen stellen ein unverzichtbares Bindeglied in der deutschen Musikkultur dar und verbinden die Romantik mit zeitgenössischen Strömungen. Ohne sie bliebe ein bedeutender Teil der deutschen Musikgeschichte unvollständig.
Mitwirkende:
Calliope Duo (Armenien/Deutschland)
Artashes Stamboltsyan – Violine
Sarah Stamboltsyan – Klavier
Eintritt: 12 Euro, Schüler 5 Euro. Reservierung erforderlich unter 03765 69579 oder
Vor dem Konzert besteht die Möglichkeit, die Ausstellung der Israelfreunde zu besuchen.
Eine Veranstaltung von KammerMusikWelten e.V.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Montag, 9. November, 18–21 Uhr (laufende Projektion)
Audiovisuelle Licht-, Video- & Klanginstallation
TACHELES – DIE LEERSTELLE: Plauen erinnert
Engelstraße 15, 08523 Plauen (ehemalige Synagoge)
Ein Abend, an dem eine fehlende Synagoge Raum für Fragen und Gespräche lässt. Am Standort der 1938 zerstörten Plauener Synagoge entsteht an jenem Tag, an dem sie vor 87 Jahren niedergebrannt wurde, für ein stiller, fragiler Raum aus Licht, Projektionen und bewegten Stoffbahnen. Spuren von Nähe und Verlust, von Nachbarschaft und Verschwinden tauchen auf und verflüchtigen sich wieder – eine Einladung hinzusehen, hinzuhören und zu spüren, welche Stimmen einer Stadt fehlen. Zwischen Traversen, Lichtflächen und Textilien erscheinen Fragmente jüdischen Lebens: Andeutungen von Architektur, Zeichen, Namen, Klängen. Alles bleibt brüchig und offen – wie eine Erinnerung, die sich nicht abschließen lässt. Gäste können sich durch diesen temporären Raum bewegen, stehen bleiben, schweigen oder ins Gespräch kommen. Die Installation versteht sich als Moment des Innehaltens: ein behutsamer Blick zurück, der zugleich fragt, wie wir heute miteinander leben wollen. Mittels VR-Brille ist ein Blick in die einstige Synagoge möglich. Eine Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer des Vogtlandmuseums Plauen e.V., des Vereins Denkkultur Vogtland in Kooperation mit der Stadt Plauen Eintritt: frei
Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
SAMSTAG, 14. NOVEMBER, 19:30 UHR
GEBETE VOM ENDE DER WELT – LIEDER FÜR DIE EWIGKEIT
André Ochodlo & The Jazzish Company
Vogtlandtheater Plauen (Kleine Bühne), Theaterplatz 3, 08523 Plauen
Der renommierte Interpret jiddischer Poesie André Ochodlo kehrt mit einem ergreifenden neuen Programm in seine Heimat zurück. In diesem eigens für das Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen konzipierten Liederabend interpretiert er Gedichte von Paul Celan, Rose Ausländer, Selma Meerbaum und Itzik Manger, die speziell für ihn von bekannten polnischen KomponistInnen vertont wurden. André Ochodlo wird dabei von einer sächsisch-polnischen Band begleitet.
André Hübner-Ochodlo wurde 1963 in Plauen im Vogtland geboren. Heute lebt der Theaterregisseur und Chansonnier in Danzig (PL) und gründete und leitet bis heute das Agnieszka-Osiecka-ATELIER-Theater im Ostseebad Sopot. Außerdem leistet er Großes für das Erbe jiddischer Poesie. Mit YIDDISHLAND hat er eine einzigartige Sammlung von 120 neuen jiddischen Liedern, die von 12 herausragenden zeitgenössischen polnischen KomponistInnen zu Gedichten der größten jiddischen Dichter des 20. Jahrhunderts entstanden sind, veröffentlicht.
Kartentelefon: 03741 / 2813-4847/-4848
E-Mail:
GEFÖRDERT DURCH









































